Vier Städte in zwölf Nächten, verbunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug: Shanghai, Hangzhou, Suzhou, Beijing. So sind wir im August 2026 gereist, auf eigene Faust und ohne Veranstalter, weil wir flexibel sein und im eigenen Tempo reisen wollten. Dieser Artikel zeigt die Route mit echten Preisen und den Nächten pro Stadt, den Vergleich mit Pauschalreisen und was wir beim nächsten Mal anders machen würden. Stand: Oktober 2026, nach unserer Reise im August 2026.
Auf einen Blick – die 12-Nächte-Route
| Stadt | Nächte | Eindruck | Was wir gemacht haben |
|---|---|---|---|
| Shanghai | 4 (3 hätten gereicht) | International, Skyline, Shopping | Ankommen, Hotel mit Blick über Lujiazui |
| Hangzhou | 2 | Westsee, viel Grün, alt und modern nebeneinander | Westsee zu Fuß + Hefang Street |
| Suzhou | 2 | Altstadt mit Kanälen, sehr moderner Industriepark | Bootsfahrt an der Shantang Street |
| Beijing | 4 | Geschichte, Politik-Zentrum | Große Mauer + Verbotene Stadt |
Anreise: Frankfurt → Shanghai Pudong (Direktflug) · Abreise: Beijing → Seoul → Frankfurt (mit Zwischenstopp) · Zwischenstrecken: komplett per Zug.
Die Route im Detail
Shanghai (4 Nächte, in der Retrospektive: 3 hätten gereicht). Ankunfts- und Akklimatisierungs-Stadt. Vom Flughafen Pudong sind wir mit Didi in die Stadt gefahren, rund eine Stunde für etwa 28 Euro; Metro und Maglev gibt es auch, ausprobiert haben wir beides nicht. Vier Nächte lassen Zeit für die klassischen Ziele wie The Bund, French Concession, Nanjing Road, Yu-Garten und ein Museum. Drei Nächte reichen aber für dieselbe Bandbreite – die vierte Nacht war in unserem Fall eher Puffer als Notwendigkeit. Gewohnt haben wir im Regent Shanghai Pudong (Werbung), für rund 200 Euro pro Nacht mit Frühstück: sehr gute Lage, ein sehr gutes Buffet, ein riesiger Fitnessraum und ein Skypool.
Hangzhou (2 Nächte). Eine sehr grüne, riesige Stadt, in der moderne Viertel, Altstadt und Natur direkt nebeneinander liegen. Wir sind den Westsee an der Stadtseite zu Fuß abgelaufen, über die Hefang Street spaziert und haben Longjing-Tee probiert; wegen der Hitze im August sind wir sonst fast überall Didi gefahren. Gewohnt haben wir im Sfeel Design Hotel (Werbung) in einer Seitenstraße nahe dem See. Den Lingyin-Tempel und die Teedörfer haben wir ausgelassen. Alles Weitere steht in Hangzhou Sehenswürdigkeiten.
Suzhou (2 Nächte). Für uns eine sehr moderne Stadt mit einer schönen Altstadt. In der Altstadt haben wir an der Shantang Street eine kurze Bootsfahrt gemacht, gewohnt haben wir im modernen Industriepark am Jinji-See. Die klassischen Gärten, für die Suzhou berühmt ist, haben wir ausgelassen. Zwei Nächte waren für unser Programm genau richtig. Mehr dazu in Suzhou Sehenswürdigkeiten.
Beijing (4 Nächte). Wir waren in der Verbotenen Stadt, standen am Abend auf dem Hügel im Jingshan-Park mit dem Blick über ihre Dächer und sind Fahrrad gefahren, auch ins Finanzviertel. Zur Großen Mauer bei Mutianyu hat uns ein privater Fahrer gebracht, gebucht über Trip.com; wie das lief, steht unten im Abschnitt Individual oder mit Guide. Gewohnt haben wir im Regent Beijing (Werbung), für rund 200 Euro pro Nacht mit Frühstück. Alles Weitere steht in Peking Sehenswürdigkeiten.
Anreise, Abreise, Zwischenstrecken
Frankfurt → Shanghai Pudong (Interkontinental-Anreise). Direktflug in der Business Class, bezahlt mit 72.000 Miles & More-Meilen plus rund 500 Euro Steuern und Gebühren. Was der Flug bar kostet, hängt stark von Saison und Vorlauf ab; erlebe.de zum Beispiel bietet zu seinen China-Rundreisen den Flug separat ab 900 Euro pro Person an (Stand Oktober 2026).
Beijing → Seoul (Weiterflug). 250 Euro pro Person in Business Class mit Air China, inklusive Lounge-Zugang, gebucht über Trip.com. Kurzstrecke von rund zwei Stunden, ideal für Reisende, die Ostasien-Weiterreisen einbauen möchten. Alternativ direkt Beijing → Frankfurt oder Beijing → München zurück, wenn kein Zusatz-Stopp geplant.
Zwischen den Städten – komplett mit dem Zug. Die G-Züge des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes verbinden alle vier Städte, bei uns in einer bis gut sechs Stunden pro Strecke. Konkrete Preise unserer Buchungen:
- Shanghai → Hangzhou (~1 Stunde, First Class): knapp 20 Euro p.P.
- Hangzhou → Suzhou (rund 2 Stunden, First Class): rund 50 Euro p.P.
- Suzhou Nord → Beijing Süd (G738, 6 Stunden 1 Minute, Business Class): rund 250 Euro p.P. Zum Vergleich: Second Class kostete bei unserer Preisabfrage für die ganze Strecke Shanghai–Beijing 85,71 Euro. Wie die Business Class war, steht in Zug Shanghai–Peking in der Business Class.
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Kosten-Übersicht – was du vor Ort wirklich ausgibst
Reale Vor-Ort-Kosten aus der Reise, gerechnet für zwei Personen:
| Kategorie | Wert | Kommentar |
|---|---|---|
| Hotel | 59–200 € / Nacht | Shanghai Regent Pudong rund 200 € mit Frühstück, Hangzhou Sfeel Design 59 €, Suzhou Shangri-La rund 90 € mit Frühstück, Beijing Regent rund 200 € mit Frühstück |
| Essen (Mittag + Abend, für 2) | ~40 € / Tag | Mischung aus Streetfood, Mittelklasse-Restaurants, gelegentlich Hotel-Frühstück inbegriffen |
| Didi (Taxi-App) | ~3 € / Fahrt | Standard-Tarif. Comfort- und Premium-Tarife etwa 50–100 % teurer, aber selten nötig |
| Bahn zwischen Städten | knapp 20 bis 250 € p.P. | Kurzstrecken First knapp 20 und rund 50 €, Langstrecke Business rund 250 € |
| Fahrer zur Großen Mauer | ~100 € für den Wagen | Über Trip.com, acht Stunden und 100 km, kleiner Aufschlag für die Mehrkilometer |
| Flug Beijing → Seoul | 250 € p.P. Business | Internationaler Anschlussflug |
| Hinflug Frankfurt → Shanghai | 72.000 Meilen + rund 500 € | Business Class, mit Miles & More bezahlt |
Grobrechnung für zwei Personen, zwölf Nächte, ohne Interkontinental-Flug:
- Hotels (zwölf Nächte): 4 × 200 € + 2 × 59 € + 2 × 90 € + 4 × 200 € = ~1.900 €
- Essen: 12 × 40 € = 480 €
- Didi (gerechnet mit vier Fahrten am Tag): 12 × 12 € = ~145 €
- Bahn (3 Strecken für 2 Personen): rund 20 + 50 + 250 = 320 € p.P. × 2 = ~640 €
- Beijing → Seoul (2 Personen Business): 500 €
- Eintritte und der Fahrer zur Großen Mauer: ~200 €
Summe: rund 3.850 € für zwei Personen, gut 1.900 € pro Person. Der größte Posten sind die Hotels: Die acht Nächte in den beiden Regent-Häusern machen allein rund 1.600 € aus. Wer die Langstrecke nach Beijing in der Second Class fährt (bei unserer Preisabfrage 85,71 € statt rund 250 € pro Person), spart zu zweit rund 330 €. Interkontinental-Flug je nach Klasse und Meilen-Situation extra.
Selbst organisiert oder Pauschalreise?
Wir sind ohne Veranstalter gereist, weil wir flexibel sein und im eigenen Tempo reisen wollten: früh am Morgen zur Großen Mauer, bleiben, solange es uns gefiel, keine festen Programmpunkte. Günstiger als eine Pauschalreise ist das nicht automatisch. Zum Vergleich zwei 14-tägige Angebote, die bei der Suche nach einer zweiwöchigen China-Rundreise weit oben stehen:
| Angebot | Route | Preis pro Person | Flug |
|---|---|---|---|
| Unsere Reise, 12 Nächte | Shanghai, Hangzhou, Suzhou, Beijing | gut 1.900 € vor Ort | nicht enthalten, bei uns mit Meilen |
| erlebe.de, 14 Tage / 13 Nächte | Peking, Xi'an, Chongqing, Yangtze-Kreuzfahrt, Shanghai | ab 2.550 € bei 2 Personen | separat, ab 900 € |
| SKR „China Impressionen“, 14 Tage | Shanghai, Yangtze, Peking, Xi'an; 6 bis 12 Gäste | ab 2.799 € | enthalten |
Die Preise der Veranstalter stammen von ihren Übersichtsseiten, abgerufen am 28.10.2026. Es sind Ab-Preise; was genau enthalten ist, steht bei den Veranstaltern.
Mit einem Flug ab 900 Euro, wie ihn erlebe.de separat anbietet, kämen wir rechnerisch auf rund 2.800 Euro pro Person, also in dieselbe Größenordnung. Darin stecken bei uns allerdings gehobene Hotels (zwei Regent-Häuser und ein Shangri-La), die Business Class im Zug nach Beijing und der Weiterflug nach Seoul. Was ein Veranstalter dir abnimmt, ist die Planung: Route, Transfers, Führungen. Selbst zu organisieren war mit Trip.com, Didi und Alipay überschaubar; wie das im Einzelnen lief, steht in den Abschnitten oben und unten.
Was du an der Route optimieren solltest
Rückblickend die zwei konkreten Anpassungen für die nächste Reise:
Shanghai auf 3 Nächte kürzen. Die vierte Nacht war Komfort-Puffer, kein zusätzliches Erlebnis. Wenn du Shanghai-Highlights straff planst (The Bund + French Concession + ein Museum + Yu-Garten), sind 3 Nächte ausreichend. Der gewonnene Tag lässt sich sinnvoll in Beijing anhängen (für Sommerpalast oder zweiten Große-Mauer-Abschnitt) oder als Suzhou-Verlängerung, wenn du die Gärten sehen willst, die wir ausgelassen haben.
Hangzhou mit Übernachtung planen. Den Westsee als Tagesausflug von Shanghai einzuplanen, liegt nahe, der Zug braucht nur eine Stunde. Wir hatten zwei Nächte und haben damit den See zu Fuß, die Hefang Street und das moderne Hangzhou gesehen. Lingyin-Tempel und Teedörfer blieben trotzdem offen.
Xi'an für die Terrakotta-Armee: die Variante, die wir nicht gemacht haben. Die Zwei-Wochen-Routen der Veranstalter, die wir uns angesehen haben, führen alle über Xi'an. Wir waren nicht dort. Wer es einplanen will: Der schnellste Hochgeschwindigkeitszug von Beijing West nach Xi'an North braucht laut China Highlights 4 Stunden 11 Minuten. Die Nächte dafür gewinnst du am ehesten in Shanghai.
Für welchen Reisetyp ist diese Route geeignet
Erst-Besucher China. Ideal. Die Route zeigt die zentralen Facetten (modernes China / traditionelles China / Geschichte / Natur) in einer Reihenfolge, die inhaltlich Sinn ergibt.
Wiederholungs-Besucher. Wenn Shanghai und Beijing bereits bekannt sind, funktioniert eine Sekundär-Route wie Chengdu (für Pandas + Sichuan-Küche) → Xi'an (Terrakotta-Armee) → Guilin (Karst-Landschaft) besser als eine erneute Ost-Küsten-Runde.
Business-Reisende mit privatem Anschluss. Die Route ist als Verlängerung nach einem Shanghai-Business-Trip perfekt. Ab Shanghai die restlichen drei Städte anhängen, mit der Bahn effizient und komfortabel.
Familien mit Kindern. Grundsätzlich machbar; Beijing kann für Kinder anstrengend sein (viel Laufen, große Distanzen). Hangzhou und Suzhou bieten mit Westsee, Kanälen und viel Grün ruhigere Tage, klein sind aber auch sie nicht.
Praktische Vorbereitung – drei Dinge, die vor Abflug in Deutschland stehen müssen
1. VPN-App installieren und testen. VPN-Downloads sind in China auf den GFW-Blocklisten – wer erst am Flughafen in Shanghai die App laden will, kommt nicht mehr an sie. Zu Hause installieren, mindestens einmal aktivieren und einen China-tauglichen Server testen. Empfehlungen und Setup-Anleitung in Funktionieren VPNs noch in China und NordVPN China konfigurieren.
2. Alipay und WeChat Pay mit deutscher Kreditkarte verknüpfen. Beide Apps nehmen internationale Karten direkt an, WeChat Pay seit Juli 2023 (Beijing International). In Deutschland einrichten, damit die Ausweisprüfung durch ist, bevor du in China ankommst. Bezahlt haben wir am Ende ausschließlich mit Alipay. Setup-Anleitungen in Alipay einrichten und WeChat Pay aktivieren.
3. Hotels und Züge über Trip.com buchen. Wir haben die Hotels in Shanghai, Hangzhou und Beijing und alle Zugtickets über Trip.com gebucht. Beim Regent Beijing war Trip.com rund 10 % günstiger als Booking.com, beim Sfeel in Hangzhou ebenfalls günstiger. Details in Trip.com Erfahrungen. Direkt zur Plattform: Trip.com (Werbung).
Individual oder mit Guide
Für uns hat individuell gereicht. Trip.com für Bahn, Hotels und den Flug nach Seoul, Didi statt Taxi, Alipay für alle Zahlungen. Die drei Apps haben englische Oberflächen; wo wir mit Menschen sprechen mussten, etwa mit dem Fahrer zur Großen Mauer, lief es über Google Translate.
Für die Große Mauer bei Mutianyu haben wir statt einer Tour einen privaten Fahrer genommen. Gebucht über Trip.com, kostete er rund 100 Euro für acht Stunden und 100 Kilometer. Dazu kam ein kleiner Aufschlag, weil die Strecke von Beijing aus hin und zurück rund 140 Kilometer lang ist. Der Vorteil: Man kann früh morgens losfahren, ist vor den meisten anderen da und fährt zurück, wann man will. Viele Touren dauern fünf bis sechs Stunden. Gerade bei heißem Wetter fanden wir es besser, den Ausflug im eigenen Tempo zu machen.
Aus der Praxis
Die klassische Ost-Küsten-Route Shanghai – Hangzhou – Suzhou – Beijing funktioniert in zwölf Nächten sauber und entspannt. Ohne Interkontinental-Flug haben wir vor Ort gut 1.900 Euro pro Person ausgegeben; der größte Posten waren die Hotels. Zwischen den Städten haben wir keinen Inlandsflug gebraucht, der Zug hat alle Strecken abgedeckt, und gebucht haben wir fast alles über Trip.com.
Wichtigste Empfehlung aus der Rückschau: die Reihenfolge Shanghai → Hangzhou → Suzhou → Beijing ist inhaltlich die stärkste. Du startest im internationalen Shanghai, kommst über Hangzhou und Suzhou, wo Altstadt und moderne Viertel nebeneinander liegen, und endest im politisch-historischen Beijing – eine dramaturgische Kurve, die keine der klassischen Alternativ-Reihenfolgen (Beijing zuerst, Shanghai am Ende) so schön schließt.
Quellen
Vor-Ort-Reise (August 2026):
- Route Frankfurt → Shanghai Pudong → Hangzhou → Suzhou → Beijing → Seoul → Frankfurt
- Buchungen: Trip.com für Bahn, die Hotels in Shanghai, Hangzhou und Beijing, den Fahrer zur Großen Mauer und den Beijing–Seoul-Flug; Miles & More für Interkontinental-Flug
- Kosten dokumentiert aus realen Buchungspreisen und Vor-Ort-Ausgaben
Vergleich und Ergänzungen (abgerufen am 28.10.2026):
- erlebe.de: China Rundreisen – 14 Tage / 13 Nächte ab 2.550 € p.P. bei 2 Personen, Flug separat ab 900 € p.P.
- SKR: China-Rundreisen – „China Impressionen“, 14 Tage, 6 bis 12 Gäste, ab 2.799 € inkl. Flug
- China Highlights: Beijing to Xi'an Train – schnellster Hochgeschwindigkeitszug 4 Std. 11 Min.
- Beijing International: WeChat Pay und internationale Karten – Bezahlen mit internationaler Karte seit Juli 2023
Interne Referenzen:
- Trip.com Erfahrungen 2026 – Buchungsplattform-Bewertung
- Hochgeschwindigkeitszug China – Bahn-Praxis mit Fotos
- Bahn-Tickets in China – Ticket-Buchungs-How-To
- Pre-Trip-Checkliste China – Vorbereitung in Deutschland
- Alipay einrichten und WeChat Pay aktivieren
Volatilität: Flugpreise und Meilen-Konditionen ändern sich saisonal. Hotelpreise in China sind zu Golden Week (1.–7. Oktober) und Chinesischem Neujahr deutlich höher; Bahn-Verfügbarkeit in diesen Zeiträumen ist knapp und muss weit vorher gebucht werden. Stand: Oktober 2026.
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Stand: Oktober 2026. Reale Route und Preise aus einer aktuellen Chinakompass-Redaktionsreise. Preise variieren mit Vorlaufzeit und Saison – vor Buchung selbst prüfen. Keine Rechts- oder Anlageberatung.